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Anna Ladinig | Bild: IFFI

Anna Ladinig erzählt uns von ihrem ersten Jahr als Direktorin des IFFI – Internationales Film Festival Innsbruck:

Das IFFI – Internationales Film Festival Innsbruck gibt es seit 1992 und findet im Leokino/Cinematograph statt. Es ist das größte Filmfestival in Westösterreich. Innerhalb von sechs Tagen werden in ca. 60 Programmpunkten Filme aus aller Welt gezeigt und vier Filmpreise vergeben. Neben aktuellen Filmen sind auch filmhistorische Perlen im Programm zu finden. 28 Jahre lang leitete es Helmut Groschup, das war mein erstes Jahr als Festivalleiterin. Als Festival lebt das IFFI neben dem Programm vom Zusammenkommen, den Unterhaltungen, dem Sozialen.

Welche Erlebnisse – negativ wie positiv – hattet ihr in diesem sonderbaren Jahr?

2020 war ein anstrengendes Jahr. Anstrengend vor allem, da wir nie gewusst haben, mit welchen Rahmenbedingungen wir planen müssen. Neben den Maßnahmen für Veranstaltungen haben uns auch die Reisewarnungen sehr beschäftigt. Wir haben das IFFI vom Frühling auf den Herbst verschoben und drei Tage vor Festivalbeginn wurde der Lockdown verkündet. Wir mussten also sehr schnell um- und das Festival neudenken. Wir haben eine Auswahl des Programms online zum Streamen zur Verfügung gestellt. Aber natürlich kann dies kein Ersatz sein…

Aber es gab auch sehr schöne Momente. Als die Kinos sehr kurzfristig Ende Mai zu unserem eigentlichen Festivaldatum wieder aufmachen durften, konnten wir innerhalb von zwei Tagen ein Mini-Programm organisieren und mit drei Filmen einen kleinen Vorgeschmack auf unser Programm geben. Das war ein sehr euphorischer Moment, vor allem, weil wir gemerkt haben, wie gerne die Leute wieder ins Kino gehen. Oder den Sieger*innen der Wettbewerbe die guten Nachrichten zu übermitteln. Dieses Jahr hat uns außerdem gezeigt, dass wir als Team sehr gut funktionieren, es hat uns gezwungen vieles zu überdenken und dazu gebracht neue Schritte zu wagen, die ich so wahrscheinlich nicht gemacht hätte. Die letzten Monate haben gezeigt, dass der Kulturbereich nicht aufgibt und Handlungsmöglichkeiten sucht und findet. Sie haben aber auch gezeigt, wie wichtig das physische und kollektive Erfahren ist.

Wie wird es 2021 weitergehen?

Sobald die Kinos aufmachen, werden wir auch die Siegerfilme der Wettbewerbe im Leokino zeigen. Außerdem sind wir schon wieder mitten in den Planungen für 2021. Da wird das Festival vom 19. – 24. Mai 2021 stattfinden. Wahrscheinlich müssen wir dann noch mit Corona-Maßnahmen planen, aber es ist auch wichtig, zum Festivalkalender zurückzukehren – wir wollen auch nicht von Vornherein ein weiteres Ausnahmejahr planen. Wir haben 2020 bis zuletzt alles probiert, um eine sichere, physische Veranstaltung durchzuführen und nehmen das Wissen und die Erfahrungen mit. Außerdem soll das Festival eine hybride Form bekommen. So können auch Personen, die nicht in der Nähe von Innsbruck wohnen daran teilnehmen.

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