✩ 21 ✩ Kostnix / „Go now, why wait.“

„Go now, why wait.“ | Bild: Theresa Schnitzer

Liebes Kostnix-Team, was ist die Grundidee hinter eurem Projekt „Go now, why wait. Do the Paradise“?

„Go now, why wait.“ soll dazu ermutigen, mit der Belebung des öffentlichen Raumes zu beginnen – im Experiment, ohne Planungssicherheit und als Vorbild für zukünftige Versuche wurden der Marktplatz und der Landestheaternebenplatz temporär neu gestaltet.

Als Kostnix wollen wir unsere Überzeugung – dass eine nicht-kapitalistische Wirtschaftsweise, die auf dem Prinzip des Teilens basiert, möglich und realistisch ist – durch künstlerische Interventionen in die Öffentlichkeit tragen. Wir haben schon Solifeste, Jamsessions, Radiosendungen, Lesungen, Konferenzen, Performances und Installationen veranstaltet. Im Jahr 2020 haben wir einen konsumfreien, umsonstökonomischen Ort für Alle am sonst kapitalistischen Marktplatz errichtet.

Wie hat das Coronavirus den Ablauf eurer Projektumsetzung beeinflusst?

Für uns war das Coronavirus einerseits „hilfreich“: Da keine Märkte am Marktplatz statt finden konnten, hatten wir mehrere Monate zur Verfügung, um unsere Autos dort zu parken. Traurig war jedoch, dass wir nicht alle geplanten Veranstaltungen abhalten konnten. Nichtsdestotrotz gab es eine Kurz- und eine Langperformance, einen Diskussionsabend, einen Schenkmarkt sowie zwei Paraden, die dazu dienten, die Autos während des Fischmarkts im August, zum Tiroler Landestheater hin- und Ende August wieder zum Marktplatz zurückzuschieben. Der durch die futuristischen Autos geformte Garten wurde, da viele Kultureinrichtungen dieses Jahr geschlossen waren, auch von anderen Künstler*innen und Initiativen dazu genutzt, ein ansonsten virtuelles Publikum an einem realexistierenden öffentlichen Raum zu erreichen.  

Wie ist es dem Kostnix Verein und – Laden während dieses Jahres ergangen?

Der Kostnix hat per se Geldprobleme, also einerseits ein Problem an sich mit Geld bzw. Kapitalismus und natürlich auch damit, die Fixkosten zahlen zu können. Wir haben zum Glück viele Spender*innen und ebenso haben wir das Gefühl, dass durch die Autos unsere Präsenz bei der Stadt Innsbruck und deren Politiker*innen größer wurde. Somit besteht für uns die Hoffnung, dass die öffentliche Hand die Förderungen (wir bekamen von Stadt-Soziales bisher nicht einmal 4 Monatsmieten Jahressubvention, Land-Soziales sagte bisher ab) erhöht.

Habt ihr auch für das Jahr 2021 wieder Kulturprojekte geplant?

Ja. Wir möchten gemeinsam mit dem Umsonstökonomie-Aktivisten Johann aus Bremen, der mehrere Bände über die Befreiung von Geld und Eigentum geschrieben hat, Umsonstmärkte in Innsbruck und Umgebung mit Diskussionen sowie kleineren und größeren Kunstaktionen organisieren. Die Planbarkeit und damit auch die Finanzierung sind natürlich gerade vor viele Herausforderungen gestellt. Nichtsdestotrotz versuchen wir es und glauben an unsere kleine Utopie. Für die Zukunft wünschen wir uns, dass es immer mehr Umsonst-Initiativen gibt, um im Kleinen und dann irgendwann im Großen, den Kapitalismus überflüssig zu machen.

Zum Projekt „Go now, why wait.“
Zum Kostnix-Laden

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