komplex#9 Release

„Entweder … oder“, sagte Mutti früher, „beides gibts nicht!“ So hieß es vorletzten Mittwoch auch: Entweder Niavarani oder komplex-Party. Trotz der ein oder anderen Konkurrenzveranstaltung fanden sich aber doch viele bekannte und neue Gesichter in der Wagnerschen Buchhandlung ein, um mit uns das Erscheinen der bereits neunten Ausgabe des komplex-Kulturmagazins zu feiern. Nachdem sich die Gäste der Qual der Wahl (entweder Bier oder Wein) stellten, sich für das Twinni ihres Vertrauens (entweder Orange oder Grün) entschieden haben und sich die Ersten der Fotostrecke von Bernhard Kapelari  widmeten, eröffnete das Zweiergespann „Two Birds On A Wire„, das sich musikalisch im elektronischen Bereich bewegt, den Abend. Nach diesem Auftakt näherten sich fünf unser Einsender*innen auf unterschiedlichste Weise dem Thema ENTWEDER | ODER  (nachzulesen in issue #9) bis das „Alex Figl Acoustic Duo“ den abwechslungsreichen Abend schließlich wieder musikalisch abrundete.

Christina Vettorazzi machte den Anfang mit „Die Entscheidung“, einem Gespräch zwischen zwei Personen, die darüber diskutieren, was an diesem Abend auf dem Teller landen soll. Ein Text, in dem wir uns wiederfinden und der uns in aller Einfachheit vor Augen führt, wie gut es uns im Grunde geht.
„Wie du willst. – Nein entscheide du!

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Marco Murr erzählte in „Übermannt“ von einer Person, die sich außerhalb der Norm bewegt. Kein entweder Yin oder Yang, viel mehr ein sowohl-als-auch.
Die langen Wimpern wichen und den Platz des Kleides nahm ein Anzug ein. Sie wurde zu ihm und er verkaufte Aktien und Fonds.“

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Jesse Grande beehrte uns nun schon zum zweiten Mal in Folge. Dieses Mal mit „Helga und Spike sind seit einem Jahr ein Paar“ – ein Text über traditionelle Geschlechterzuschreibungen, der Liebe zu halben Hennen, zur Band Turbonegro und zueinander.
Helga könnte jetzt sagen: „hab ich ja gesagt“, macht sie aber nicht.“

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Rebecca Heinrich bewies uns mit ihrem Text „Entweder Westen oder Donau“ ihren gekonnten Umgang mit der Sprache und ließ malerische Bilder ins unseren Köpfen entstehen.
Flutend fließen die Vergangenheiten über den Asphalt, der wie treibendes Öl an der Meeresoberfläche glänzt.

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Für den krönenden Abschluss sorgte Silke Gruber, die uns mit „Fisch oder Vogel“ zum Schmunzeln brachte. Ein Text über die Müdigkeit, ständig Entscheidungen treffen zu müssen, und das Geringhalten von Alternativen.
Aber nur wenn ich das linke Twix bin, kann ich sagen, ob ich vielleicht lieber das rechte Twix wäre

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Bevor das Alex Figl Duo (Gitarre und Trompete) den Abend ausklingen ließ, war die Teilnahme des Publikums gefragt. Beim Ratespiel Lyrics oder Lyrik, vorgetragen von Mikel und Magdalena, mussten die Gäste erraten, ob es sich beim vorgelesenen Text um einen Songtext oder Literatur handelte. Wer die richtige Karte zückte, durfte sich auf Schokolade freuen.

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Auch an diesem Abend mit dabei war der Verein „Zukunft für Tshumbe“ – eine Organisation, die den Bau eines Kindergarten, einer Grundschule, einer Krankenstation, einer Tischlerei/Zimmerei sowie einer Nähstätte in Tshumbe (Kongo) ermöglicht hat und so den dort lebenden Menschen Bildung, Arbeit und medizinische Versorgung bietet (Näheres dazu in Issue #9). Das Team war mit in Tshumbe produzierter Kleidung, Keksen und anderen Kleinigkeiten vertreten.

Den ganzen Abend über machten zwei analoge Wanderkameras die Runde. Den Gästen selbst wurde es überlassen, wen oder was sie fotografierten. Was dabei herausgekommen ist? Der ein oder andere Finger auf der Linse. Macht aber nichts, seht selbst:

Aber auch unser Lieblingsfotograf Bernhard Kapelari hat einige schöne Bilder geschossen:

Nach der offiziellen Sperrstunde in der Wagnerschen, pilgerte der harte Kern zur Afterparty ins Sixty Twenty und tanzte dort noch ein paar Stunden weiter.

Danke an alle, die mitgewirkt und mitgefeiert haben. Schön, dass ihr dabei wart! ♥

 

MJ