komplex #7 [ART]ikulation

Das komplex-Team hat sich für issue#7 in Kunstwerken [art]ikuliert. Erkennt ihr, um welche Werke es sich handelt?

Auflösung:

  • Sara & Michael: Dance at Bougival (Originaltitel: Danse à Bougival) – Pierre-Auguste Renoir (1883)
  • Sarah: Das Mädchen mit dem Perlenohrgehänge (Originaltitel: Meisje met de parel) – Jan Vermeer (1665)
  • Daniel & Mattea: Der Kuss – Gustav Klimt (1908/09)
  • Julia: Dame mit Fächer – Gustav Klimt (1917/18)
  • Judith: The Son of Man (Originaltitel: Le fils de l’homme) – René Magritte (1964)
  • Magdalena: Marilyn Diptych – Andy Warhol (1962)
  • Johanna: Self Portrait – Frida Kahlo (1940)
  • Brigitte: After the Ball (Originaltitel: Joven decadente) – Ramón Casas y Carbó (1899)
  • Brigitte & Michael: American Gothic – Grant Wood (1930)

 

GOODBYE IFFI 2017

Mit dem gestrigen Tag ist das 26. IFFI-International Filmfestival Innsbruck zu Ende gegangen und somit auch eine aufregende, herzzerreißende, unterhaltsame sowie lehrreiche Woche mit filmischen Eindrücken aus verschiedensten Ländern. Wir sind froh darüber, dass wir uns – trotz des Sommereinbruchs – in die dunklen und kühlen Säle des Leokinos gewagt haben, um unseren Filmhorizont zu erweitern.

Das komplex-Team verabschiedet sich nun beim diesjährigen IFFI mit einigen persönlichen Festival-Eindrücken und Erinnerungen – wir freuen uns darauf, beim nächsten Mal wieder dabei sein zu dürfen!

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(c) Dino Bossini

Popcorn, Blockbuster und horrende Eintrittspreise sind nicht so meins, deshalb findet man mich normalerweise kaum im Kino. Am IFFI aber schon. Leider in den letzten Jahren immer verpasst, schäme ich mich ja schon ein bisschen dafür zuzugeben, dass ich dieses Jahr das erste Mal dort war. War aber sofort überzeugt. Was das IFFI besonders macht ist die Atmosphäre, die man sofort spürt, wenn man ins Leokino kommt. Man merkt, dass es sich hier um etwas Besonderes handelt und nicht um das „normale“ Kinogehen. Ein bisschen internationaler Flair in Innsbruck. Hervorgerufen wird dies vor allem durch die vielzählige Anwesenheit der Regisseure unterschiedlichster Filme, die gezeigt werden. Beim Q&A, einem ebenfalls wunderbaren Konzept, erfährt man dann noch etwas über Film und Produktion, das für gewöhnlich dem Zuseher unentdeckt bleibt. Die Premiere von „Home is Here“ zeigte dem/der Innsbrucker/in dann noch etwas, das so manche/r für ungewöhnlich halten mag. Auch hier, in einer kleinen Stadt in den Alpen, kann großartiges Kino entstehen. Greifbar und nah, kennt man doch manche der Locations, an denen gedreht wurde, aus dem alltägliche Leben. – Judith

Die IFFI Woche 2017 war für mich eine sehr intensive und bereichernde Erfahrung, zumal ich zum ersten Mal den Posten der Pressesprecherin dort übernommen habe. Ich habe sehr viele wunderbare Menschen kennengelernt und tolle Filme gesehen. Mein Lieblingsfilm 2017 ist „Traindriver’s Diary“ von Milos Radović – ein herrlich witziger, tragischer und zynischer Film! Besonders bewegt hat mich unser unerschütterlicher Teamzusammenhalt und die Freude daran, so ein schönes Festival mitgestaltet zu haben. – Sara

Was ich am IFFI so sehr schätze ist, dass die vielen Filme aus fernen und uns eher unbekannten Ländern (wie Kirgistan, Serbien, Kuba etc.) Bilder vermitteln, die einen realistischen Einblick in diese fremden Gegenden und Kulturen gewähren. Das Festival hält für mich einen persönlichen Mehrwert bereit, indem es meinen Horizont erweitert und mich mit seinen vielseitigen filmischen Eindrücken bereichert.
Besonders in Erinnerung geblieben ist mir das Screening des Dokumentarfilms „Sonita“ (2015, Iran), – ein Film über die Geschichte einer 18-jährigen afghanischen Rapperin – den ich sogar selbst anmoderieren durfte. Im Anschluss dieses bewegenden Portraits sollte eigentlich eine Hip-Hop Performance von geflüchteten Jugendlichen aus dem Jugendzentrum z6 stattfinden, die allerdings abgesagt werden musste, weil es einem afghanischen Jungen von seinen Eltern untersagt wurde, aufzutreten, da diese mit dem kritischen Inhalt des Films nicht einverstanden waren… Diese Begebenheit spiegelt die in der Dokumentation geschilderte Problematik 1:1 wider – man könnte fast sagen, dass der auf der Leinwand gezeigte Film von der Realität eingeholt wurde. Einmal mehr bekam ich durch dieses Ereignis die realitäts- und gegenwartsnahe Bedeutstamkeit des IFFIs zu spüren. – Brigit

Sonntagnachmittags in Innsbruck, etwa 30 Grad Außentemperatur bei klarem, blauem Himmel.  Das IFFI Festival neigt sich dem Ende zu, und es gibt nur noch wenige fesselnde Filme zu sehen – gleich zwei Filme davon von der Österreicherin Melanie Hollaus („Hernalser – Der Stein denkt mordet liebt“ + „Bilder der Verwandlung“), welche eine Hommage an die Arbeiterklasse darstellen. Diese beiden Filme dürfen und sollten nicht als einfache Spielfilme gesehen werden, sondern vielmehr als gesammeltes Kunstprojekt, welches die verschiedensten Medien ineinander verbindet. – Michael

Das IFFI bietet eine tolle Gelegenheit in eine Filmwelt abseits des Mainstreams einzutauchen und die Arbeiten von Filmemachern kennenzulernen, deren Herkunftsorte man nicht einmal auf der Landkarte finden würde. Mein persönliches Highlight war die Kombi Groschup & Menzel und ihr ewiger Streit um das Mikro sowie der ganz besondere Flair bei der Open-Air-Vorführung der Dokumentation ’66 Kinos‘ auf der Dachterrasse des Hotel Nala. Welcher Film mein Herz für sich gewonnen hat? Eindeutig „Ich habe den englischen König bedient“! – Mattea

Das Internationale Filmfestival Innsbruck begeistert Jung und Alt jedes Jahr aufs Neue und schafft es, in einem Provinznestchen wie Innsbruck einen schon fast urban anmutenden Haufen von Kulturbegeisterten zusammenzutrommeln und zu vereinen. Das IFFI beweist damit alljährlich, dass die Liebe zum Film – und zum Kulturleben im Allgemeinen – nichts mit der Größe einer Stadt zu tun hat. Sondern eben mit der Liebe. – Sarah

 

Wir sagen „Danke“ an das IFFI-Team für die großartige Organisation des Festivals und die Bemühungen, dieses einzigartige Event, viele beeindruckende Filme sowie zahlreiche interessante Gäste nach Innsbruck zu holen!

komplex besucht IFFI – Tag III

Sonnenschein, steigende Temperaturen und der Gedanke an den Biergarten –  soll man da tatsächlich ins Kino? Auf jeden Fall, fanden wir, denn die Auswahl der gestrigen Filme zwang einen förmlich dazu. Viele weitere Besucher*innen sind diesem Aufruf ebenfalls gefolgt, denn sie wollten sich unter anderem die Österreichpremiere eines in Innsbruck entstandenen Films nicht entgehen lassen.

Zum Bersten voll war Saal 1 im Leokino als Tereza Kotyk’s Film „Home is here“ anlief. Er erzählt von Hannah, die Außenseiterin in der eigenen Heimat ist. Hannah lebt mit ihrer Familie, doch sie fühlt sich nicht zu Hause. Fremd ist ihr ihr eigenes Leben und so sucht sie ein anderes, um sich darin zu verstecken. Dies findet sie in der Villa von Max. Tereza Kotyk erzählt die Geschichte der beiden sich Unbekannten ohne viele Worte, aber mit der großartigen Kraft der Bilder, Bewegungen und Zeichen. Besonders interessant für alle Tiroler*innen sind die Drehorte Innsbruck und Umgebung. Kotyk zeigt das uns Vertraute aus einem völlig anderen Blickwinkel. Nicht die Nordkette und der Patscherkofel, für die Innsbruck so bekannt ist, stehen im Zentrum, sondern die Geschichte spielt im Innsbrucker O-Dorf. Kotyk möchte mit den Tiroler Klischees brechen, den Blick weg von den Bergen lenken und hin zur Stadt und ihrer Architektur. Dieses loslösen von Klischees unterstreicht sie mit der Form der Einsamkeit, in der sich Hannah befindet. Für so manche*n Tiroler*in wohl ebenfalls schwer nachzuvollziehen.

Ein weiterer Hauptcharakter, der sich einsam in der Heimat fühlt, ist Anisoara aus dem gleichnamigen Film von Ana-Felicia Scutelnicu. Sie lebt mit ihrer Familie und Verwandtschaft in einem kleinen Dorf in Moldawien. Auch hier wird auf wenig Dialog gesetzt und die Einfachheit des Lebens in beeindruckenden Bildern gezeigt. Das Gefangensein in einer männerdominierten Gesellschaft und die erste große Liebe machen diese Coming-of-Age Story zu etwas ganz Besonderem.

Zu guter Letzt, und wohl ein weiteres Highlight des IFFIs war das gestrige Filmscreening von „66 Kinos“ auf der Dachterrasse des Hotel Nala. Die Ironie dabei: der einzige Film, der das Wort „Kino“ im Titel enthält und sich extensiv mit diesen beschäftigt, wird ausgerechnet nicht in einem gezeigt. Doch die Atmosphäre der Dachterrasse machte dies allemal wett. Als offizieller Partner des Festivals präsentierte sich das Hotel den Zuseher*innen von seiner besten Seite – inklusive Begrüßungsgetränk und Kuscheldecke gegen die abendliche Kälte. Ein Ort, an dem man sich nicht fremd fühlen muss. So auch nicht Filmproduzent Philipp Hartmann, der den Abend mit seiner Anwesenheit abrundete und aufgeregt zu einer Diskussion über die Digitalisierung des Films und die Vorteile des guten alten 35mm einlud.

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Nala Dachterrasse – „66 Kinos“ von Philipp Hartmann

JB

komplex besucht IFFI – Tag II

Bei perfektem Kinowetter haben gestern wieder einige Filmbegeisterte im Leokino-Cinematograph zusammengefunden. Nicht aber, um sich wegen des Regens unterzustellen, sondern um zwei Filme des Meisters der Komödie, Jiří Menzel, zu sehen.

So haben wir den Kellner Jan Dite in „Ich habe den englischen König bedient“ (2006) durch tschechische Bars und Restaurants  des 20. Jahrhunderts begleitet, dessen Leben von zwei Wünschen dominiert wird: dem Wunsch, Millionär zu werden und natürlich jede Menge schöne Frauen. Ein äußerst amüsanter Film, bei dem wir an einigen Stellen laut und herzhaft lachen konnten – Prädikat: „Wertvoll“!

In die zweite Runde ging es mit Milos Hrma, der dabei ist, auf etwas holprigem Wege vom Jungen zum Mann zu werden. „Scharf beobachtete Züge“ (1966) wurde 1968 mit dem Oscar für den besten fremdsprachigen Film ausgezeichnet. Und das zu Recht, findet das Publikum.

Doch das eigentliche Highlight des gestrigen Tages: Jiří Menzel himself! Mit roter Regenjacke und einem Glas Bier in der Hand präsentierte sich der 79 – jährige Tscheche vor dem Publikum. Übersetzer werden überbewertet, könnte man meinen. Wir sind froh, dass Menzel die Macht des Mikros an sich gerissen und sich uns in gebrochenem Deutsch, doch fließend ironisch selbst mitgeteilt hat. Hier ein paar Perlen aus dem Q&A, die den ganzen Kinosaal zum Lachen brachten:

Jiří Menzel

Jiří Menzel beim IFFI (c) Dino Bossini

Ich hoffe, dass sie bleiben bis zu Ende. Und dann können sie Applaus machen, nicht jetzt ja?“

Danke, dass Sie bis zu Ende geblieben.“ Tosender Applaus. „Jirí, du hast den Applaus gehört.“ – „Ja, aber nicht so gut. Nicht so viel.“ […] Zwischenapplaus.“Nein, nein. Sie sollten nicht Applaus machen. Wir müssen hier so lange stehen.“ […] „Nur nach dem Film darf Applaus gemacht werden?“ Ja, das hab ich in mein Kopf schon.Und dann?“ – „Das ist mir genug, was ich… niemand kann mir besser loben, als mich selbst.“

„Deine Vorbilder für deine Komödien?“ – „Meinst du Mädchen?“ – „Wenn man jetzt deinen Film sieht, dann erinnert man sich an Filme von anderen Filmemachern… Ich hab mich zum Beispiel an einen Film erinnert von Federico Fellini“ – „Who is this? Das habe ich nicht von Fellini geklaut!“ – „Du hast nicht abgeschrieben?“ – „Welche Szene?“ –  „Ja das mit den Frauen zum Beispiel. Oder das mit der Nostalgie.“ – „Nein, das ist meine eigene Erlebnis.“ – „Aha. Du hast nie einen Film von Fellini gesehen?“ – „Who is this? Fellini?“ – „Fellini. Kennst du nicht? Der große Filmemacher von Italien.“ – „Das interessiert mich nicht.“

Die Komödie ist unsterblich, wenn sie gelingt und deswegen habe ich mir schon in der Schule vorgenommen, dass ich nur Komödien machen möchte – obwohl die Intellektuellen und die Kritiker die Nase darüber rümpfen. Für mich ist die Komödie größere Kunst als die Kunst.“

„Ihre Filme waren auch verboten in Tschechien. Als Sie die Filme gemacht haben, war es Ihnen da bewusst, dass Sie provozieren und dass die Filme verboten werden?“ – „Nein ich wollte nie provozieren. Ich habe das mit gutem Gewissen gemacht. Ich will, dass meine Filme sind zum sehen und für die Zuschauer nicht verboten sind. Das hat kein Sinn. Das war nur Zufall.“

Warum machst du Witze?“ – „Ist gegen Langweiler. Ernst ist langweilig.“

„Du hast uns heute etwas erzählt. Du hast erzählt von deinem Lieblingsessen…“ – „Trockenes Brot. Ich bin sehr modest, ja.“ – „Und welche Gewürze nimmst du dazu?“ – „Nein, nein… Nur das Brot. Für uns ist Brot das Wichtigste. Alles was kommt danach, ist nur für die Bourgeois-People. Es ist… ich glaube, dass Film ist Film und die Rede nach dem Film ist nichts als die Rede. Ich bin sehr dankbar, dass Sie sind sehr neugierig über mich. Aber man muss die Filme anschauen und was wichtig ist, was bleibt in Ihrem Kopf, ist nicht der Quatsch, den ich muss sagen.“ – „Ja, aber die Leute interessieren sich für dich. Den Film haben wir ja schon gesehen. Jetzt bist du dran.  Und du sagst uns, was du gerne trinkst und was du gerne isst und …“ „Das darf ich nicht sagen… was ich liebe… nein, das ist nicht für Ihre Ohren. Was ich echt meinen, das ist nur für mich… Sie sind hier zum Film anschauen, bis zum Ende, und wenn sie sind zufrieden, das ist für mich große Ehre, denn ich mache Filme für Sie.“

„Du konfrontierst uns mit sehr vielen Themen in diesem Film…“ – „Ja, die Geschichte ist nach dem Buch von Hrabal“ – „Aber es ist ja keine klassische Buchverfilmung,  du hast die Geschichte ja verändert.“ „Nein, nein. [..] Man muss das Buch lesen und Film ist nur für die faulen Leute, die lieber nicht lesen.“

Leinwand ist nie so reich wie ihre Kopf. Ihre Phantasie ist mehr reich […] Zweidimensional. Leinwand ist so flach […] Buch ist immer das Beste.“

Warum glaubst du, dass du den Oscar bekommen hast?“ – „Das ist immer das Glück. Bei den ausländischen Filmen ist das so. Auf der Welt, viele viele gute Filme. Sehr viele von ihnen haben Angst nach Amerika zu kommen und dass die Mitglieder der Acadamy das anschauen. Ich bin also Glückvogel. Ich weiß das viele andere gute Filme haben nie Chance in Amerika zu kommen […] und noch dazu viele blöde Filme haben Oscar.“ Applaus. „Das ist nicht zum Klatschen.“

Film ist nicht Mathematik. Es ist nicht möglich zu messen mit andere Film.“

Du warst damals einfach der beste Europäer für die Amerikaner.“ – „Ich bin der Beste aus die Amerikaner. Aus Türkei und Europa. Ich bin einfach der Beste.“

Machst du jetzt noch einen Film?“ – „Nein, warum? Nein.“ – „Warum?“ – „Warum? Nein ich bin zu stolz. Nase hoch. Ich habe meine Filme gemacht, wenn jemand gesagt hat, mach das. Jemand wollte das und ich bin zu stolz für die Arbeit zu fragen. Aber es gibt viele junge Regisseure und ich bin froh, dass ich muss nicht arbeiten. Ich bin in Pension“ – „Für Künstler gibt es keine Pension“ – „Für Künstler vielleicht, aber ich bin ein Handwerker!“

BE, MJ

komplex besucht IFFI – Tag I

Gestern Abend ging das IFFI-International Filmfestival Innsbruck offiziell in die 26. Runde. Wir vom komplex haben uns selbstverständlich schon Festivalpässe für diese filmintensive Woche gesichert – nicht nur, um uns ganz viele einzigartige und außergewöhnliche Filme aus aller Welt anzusehen, sondern natürlich auch, um euch ein paar exklusive Einblicke in das Festival zu bieten. Wie der Eröffnungsabend verlaufen ist und was euch heute spannendes am IFFI erwartet, erfährt ihr im Folgenden:

Man musste sich dem Leokino gestern Abend nur nähern und konnte die Spannung förmlich riechen – der erste Abend des Internationalen Filmfestivals Innsbruck stand bevor! Bereits um 18:00 Uhr hielt sich das IFFI-Team bereit und versprühte den für das IFFI typischen chaotisch-sympathischen Charme. Um 19:00 Uhr wanderten die Zuschauer*innen dann in den Kinosaal, der sich innerhalb weniger Minuten randvoll füllte. Die Moderation übernahm unsere komplex-Redakteurin Sara Oberthaler und nach Vorstellung und Wortmeldungen der Ehrengäste (Festivaldirektor Helmut Groschup, Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer, Jurymitglieder, Regisseure) konnte das Publikum den Eröffnungsfilm gar nicht mehr erwarten. Die Ehre, den Eröffnungsfilm zu präsentieren, wurde dieses Mal Robert Kolinsky zuteil, der ein fesselndes filmisches Porträt über den tschechischen Regisseur Jirí Menzel ins Leben gerufen hat: „Jirí Menzel – To Make A Comedy Is No Fun.“ Ein Tribute, das zum Lachen verführt, aber auch zum Nachdenken und das vor allem große Lust darauf macht, alle Filme Jirí Menzels zu sehen, die in den kommenden Tagen gezeigt werden sollen – kluger Schachzug!

IFFI Opening I

IFFI Opening (c) Janick Entremont

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IFFI Team (c) Janick Entremont

Im Anschluss an den Film gab es wie immer ein herrliches Buffet, das wieder daran erinnerte, wie viel Arbeit, aber auch Liebe das IFFI-Team, das zu einem großen Teil aus Studierenden besteht, in die Entstehung und den Ablauf des Festivals steckt. Den Abend rundete das zum Stillsein und Genießen anregende Konzert von Star-Cellist Lukas Lauermann ab, dessen offensichtliche Leidenschaft für sein Instrument und für seine Musik förmlich auf uns Zuhörer*Innen übersprang.

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Lukas Lauermann (c) Janick Entremont

Letztlich bleibt uns nur noch zu sagen: Ein gelungener Abend und eine würdige Eröffnung dieses ganz besonderen Festivals!

AUSBLICK IFFI – TAG II

Mit zwölf Programmpunkten hält das IFFI heute ein dichtes Programm für seine Besucher*innen bereit. Ganz besonders freuen wir uns nach dem gestrigen Eröffnungsfilm auf zwei Komödien des Regisseurs Jirí Menzel („Ich habe den englischen König bedient“, „Scharf beobachtete Züge“), der uns heute sogar mit seiner persönlichen Anwesenheit im Kinosaal beehrt!

Außerdem findet um 11:00 Uhr der Cinemabrunch im Machete-Burrtio Kartell statt und ab 22:00 Uhr wird DJ Albi Dornauer im Leokino mit Film- und Weltmusik für Stimmung sorgen!

Wir sind schon gespannt auf den vielversprechenden Tag und werden euch natürlich auf dem Laufenden halten!

BE, SC

IFFI Pre-Opening

Aufgepasst, liebe Filmbegeisterte: Mit dem heutigen Pre-Opening am Geiwi-Vorplatz der Universität Innsbruck eröffnet das diesjährige IFFI – International Filmfestival Innsbruck eine Woche lauter spannender Einblicke in andere Welten, ästhetischer (Bewegt-)Bilder und horizonterweiternder Eindrücke.

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Ab 15:00 Uhr kann man sich Informationen zum IFFI-Programm und Festivalpässe holen. Sobald es dann dunkel wird (ca. 20:30 Uhr) findet ein Open-Air-Filmscreening bei freiem Eintritt statt. Gezeigt wird:

BINTOU von Fanta Régina Nacro, 2001
(Burkina Faso, Schweiz)

Hier geht es zur offiziellen Facebook-Veranstaltung.

IFFI 2017 – Programm

Das Programm des 26. Internationalen Filmfestival Innsbruck ist druckfrisch eingetrudelt und ab sofort auch offiziell online. Von Oscarpreisträgern bis hin zu jungem Filmschaffen aus Myanmar ist alles dabei! Der Länderfokus liegt dieses Jahr auf Kirgistan. Eine Hommage gibt es zum iranischen Fimemacher Abbas Kiarostami (verstorben im Juli 2016), von welchem drei Filme gezeigt werden. Tribute sind dem tschechischen Regisseur Jiri Menzel sowie der schweizer Regisseurin Franziska Reck gewidmet.

Wir sind stolz, dieses Jahr erstmals als Medienpartner  des IFFI mit an Bord zu sein! In komplex issue #7 wird es daher natürlich einen ausführlichen Beitrag zum Festival geben. In der Festivalwoche halten wir euch Online mit einem exklusiven IFFI-Blog auf dem Laufenden!

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Das detaillierte Programm inkl. Filmbeschreibungen findet ihr hier zum durchstöbern!

& SAVE THE DATE: 23. – 28. Mai 2017 !!!

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Für die nächste Ausgabe des komplex gilt es, sich zum Thema

[ART]ikulation

in Form von Texten, Grafiken, Fotografien und anderen druckbaren Kunstwerken auszutoben*

Einsendungen an: komplex.einsendungen@gmail.com
Einsendeschluss: 1. Mai 2017

*diese Ausschreibung findet in Kooperation mit dem Symposium der STV Philosophie, Kunstgeschichte und Musikwissenschaft zum Thema „K[uns]T als gesellschaftskritisches Medium“ (1. – 2. Juni 2017) statt.

Im Rahmen des Symposiums wird am 31. Mai 2017 eine intermediale Ausstellung zu [ART]ikulation im styleconception eröffnet, welche ausgewählten Künstler/innen die Möglichkeit bietet, ihre kritischen Einsendungen auch intermedial auszustellen (Kontakt: Michaela Bstieler).

Für das komplex gilt: Einsendungen müssen natürlich nicht zwingend kritisch sein, um im Magazin abgedruckt zu werden; sie dürfen auch für sich stehen – ganz im Sinne von l’art pour l’art. Wir sind schon richtig gespannt auf eure vielseitigen Ideen, kreativen Beiträge und kritischen Einmischungen!

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Eine Anregung von Seiten des Symposiums:

Kunst als Projektionsfläche, Kunst als Ausdruck, Kunst als Gesellschaftskritik. Die Konjunktion als vermittelt die gesetzten Begriffe und präsentiert Kunst dabei im Lichte eines Mediums, welches sich in einem aktiven und passiven Moment konkretisiert. Diese Momente fließen unweigerlich in den Prozess des Schaffens, der motivaufgeladen eine Präsenz einnehmen will, ein und intendieren damit die Auseinandersetzung mit der Welt und den in ihr enthaltenen Strukturen. Insofern ist Kunst, die als Medium immer schon Gestalt-ung ist, Ausdruck. Ausdruck bedeutet die durch das Medium vermittelte Interpretation der Welt.

Die Darstellung der Perspektivität der Welt und die Wahl des Mediums, welche diese Perspektivität aufzeigt, setzt ein Bewusstsein der Bedeutung von Kunst als Projektionsfläche voraus und soll im Symposium zur Diskussion gestellt werden. Unter diesen Voraussetzungen gilt es genauer zu debattieren, inwiefern die Begriffe „Kunst“ und „Gesellschaftskritik“ in einen Zusammenhang gebracht werden können. Inwiefern ist Kunst, die eine Kraft der Autonomie einbeziehen kann, dazu befähigt, gesellschaftlichen Widerstand zu leisten? Inwiefern ist Kunst vielleicht immer schon politisiert? Inwiefern lässt sie sich als Vehikel von Gesellschaftskritik akzentuieren, die uns als Bürger_innen einer Gesellschaft seit jeher be-trifft?

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Ein Symposium der STV Philosophie, Kunstgeschichte und Musikwissenschaft von  1.-2. Juni 2017

Nähere Infos zum Symposium findet ihr hier.