Konturen der Vergänglichkeit ziehen sich durch die Arbeiten von Ronimund Schwanninger und Johannes Witek in der komPOST-Ausgabe #24.
Samurai
Johannes Witek, 2023
Geschichte von dem
Samurai, der in das Haus
seines Feindes einbricht
um ihn zu töten
und kurz bevor er mit seinem
Schwert zuschlägt,
spuckt ihm der Feind ins
Gesicht.
Der Samurai nimmt sein Schwert
und geht nach Hause,
Begründung: vom Feind angespuckt
zu werden hat ihn wütend gemacht
und wenn er den Feind aus Wut tötet
lässt er die falsche Art von Energie in
sich hinein
und infiziert damit sein Inneres.
Der Samurai meditiert eine Nacht
und kommt am nächsten Tag
zurück ins Haus des Feindes
und tötet ihn.
Lektion: was auch immer
du aus der falschen Energie tust,
macht alles, was du tust,
falsch, egal wie richtig
es dir auch vorkommen mag,
der Stammbaum deiner Feinde wird
im kalten Morgengrauen fallen
unter einem blutenden Mond während
der Auerhahn kräht.
60%
Ronimund Schwanninger, 2021

Denis Johnson
Johannes Witek, 2023
Energie und unsterbliches,
extrem leises weißes Licht,
schwarze Hydranten,
das fiebrige Gefühl der Suche
nach etwas das immer außerhalb
ist und nie kommt,
bisschen Pathos,
bisschen Show-Off,
sehr viel Gefühl für eine
zu enge Form,
(wie häufig, bei vielen)
trotzdem irgendwie
verwaschen;
Wörter, die man nicht mehr
sagen kann,
eine Zeit, die vorbei ist
– und ein Mensch.
KURZBIOS
Ronimund Schwanninger
Geboren bin ich 1993 in Innsbruck. Meine Mutter meinte, dass ich als Kind gerne gezeichnet hätte, ich selbst kann mich nicht mehr daran erinnern. Ich weiß nur, dass ich mit 18 Jahren angefangen habe, mir ein neues Hobby zu suchen.
Also habe ich mir Bleistift und Papier gekauft und begonnen, Dinge in aus meinem Kopf aufs Papier zu bringen. Inspiriert wurde ich durch einen Freund, der immer wieder Neues ausprobiert hat, ohne lange darüber nachzudenken, ob er das denn „kann“.
Jetzt bin ich 30 Jahre alt und studiere Illustration in Berlin, weil mir zeichnen etwas gibt. Eine Art von Befriedigung, eine Ruhe, einen Zustand der Kontemplation.
Johannes Witek
geboren 1981, lebt in Salzburg. Veröffentlichungen in Zeitschriften + paar Bücher. Letzte Einzelveröffentlichung: Salzburg Flood. Gedichte. container press, 2019.
