Ansichten von oben und unten – in der 25. komPOST-Ausgabe mit Beiträgen von Stephan Tikatsch und Infrarot.
„In meinem Kopf ist es immer laut“
Infrarot, 2021
„In meinem Kopf ist es immer laut.
Seit ich sechzehn bin, ist es in meinem Kopf immer laut“, sagt sie.
Sie meint damit, dass sie ständig denkt,
hin- und herüberlegt, mache ich besser dies oder lieber das?
Es ist wirklich so laut in ihrem Kopf, dass es auch in seiner Nähe lärmt.

Was fürs Dach
Stephan Tikatsch, 2023
Hab nur Reste in mir
Papierstücken gleich
Könnte Hirn sein oder Herz
Womöglich beides
Mir ist zum Kotzen.
Draußen stürmt es Böen
Das sind die Silben des Windes
Auch mir entgleitet einer in den Sessel
Der ist heute aber Schweigsam
Der kleine Racker.
Hab nur Satt
Einfach und alles
Jetzt stinkt’s mir auch im Außen
Es könnte eine Erdung sein
Ich setzt mich auf den Boden.
Einer von vielen öden im 3. Stock
Ein Mensch ein Witz ein Schock
Mir ist schlecht. Die Augen brennen
Ja, Rennen, das wär’s.
Hab nur Abhauen drauf.
Nur mein Fuß will nicht
Schmerzt noch bei zu viel Belastung
Könnte Gehen sein. Oder Stehen
Kopfüber gefühlt und Hals über Bord
Während die Spinatnudeln gedacht oder echt
Mein Schafskäse-Gesicht griechisch verlassen.
Hinaus in die rotschindeligen Windwälder
Das Schrägfenster passierend und dann
Trotzdem nicht in jeder Sprache
Erhältlich.
Kurzbios
Stephan Tikatsch
*05.08.1974 in Wien. Dichtkunst, Musik, Malerei, Fotografie u.v.m. Veröffentlicht in europäischen Literaturzeitungen und Anthologien. Gründet 2017 die Literaturzeitung SYLTSE.
Infrarot (Pseudonym)
ist neu. Er schreibt Gedichte, Prosa und Hörspiele. Er schwimmt nicht mit dem Strom und auch nicht gegen ihn, er schwimmt in eigenen Wassern. Seine Welt und die Wirklichkeit sind niemals deckungsgleich. Er lebt in Pörtschach am Wörthersee.
