OHNE THEORIE KEINE REVOLUTION oder OHNE REVOLUTION KEINE THEORIE?

TALK mit SASCHA KÖSCH, JOCHEN BONZ, BIANCA LUDEWIG & RROSE

Die Veranstaltungsreihe OHNE THEORIE KEINE REVOLUTION ausgehend von der p.m.k Plattform mobile Kulturinitiativen will neue Theorien der Popkultur- und Poptheorieforschung in den Vordergrund rücken. Jede Diskussionsrunde ist einem bestimmten Genre gewidmet – gestern stand sie ganz im Lichte des Heart of Noise Festival und widmete sich der Technokultur bzw. der elektronischen Musik im weiteren Sinne.

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Foto: Christa Pertl

Techno. Ein Phänomen, zu dem wir alle unterschiedliche Assoziationen haben und welches einige von uns bereits auf verschiedenste Art und Weise erleben durften, wurde am gestrigen Nachmittag im aut. unter saunahaften Temperaturen heiß diskutiert.  Unterschiedlichste Zugänge zum Thema wies auch das heterogene Podium mit backgrounds aus der Geisteswissenschaft, dem Musikjournalismus und der DJ-Szene auf, was zur Folge hatte, dass auf Fragen wie – Wie kann das Motto des diesjährigen Heart of Noise „Decocooning Society“ an das Diskussionsthema anknüpfen? Welche politische Dimension kommt Techno bzw. der elektronischen Musikszene zu? Was für eine Bedeutung hat es, Genre-Grenzen aufzubrechen? Wie relevant ist die Diversität des Publikums bei Veranstaltungen? – mit sehr unterschiedlichen Meinungen geantwortet wurde. Was das Spannende dabei war: Man hat sich ständig selbst dabei ertappt, die Fragen für sich zu beantworten und dabei teilweise auf ganz andere Zweige zu gelangen als die Diskutant*innen. So habe ich beispielsweise die politische Dimension von elektronischer Musik noch nicht erfahren bzw. war mir diese nicht bewusst, während sie für die Expert*innen im Podium eine erhebliche Rolle spielt. Ebenso wenig machte ich mir bisher über die Diversität oder Homogenität des Publikums Gedanken, während ich einem derartigen Event beigewohnt habe…

Was können wir nun aber aus diesem einstündigen Versuch, das Phänomen Techno näher zu umreißen, ziehen? Lässt sich überhaupt in irgendeiner Weise von einer allgemeinen Erfahrung des Techno sprechen? Will Techno überhaupt theoretisch untermauert werden? Fand hier nicht bereits die Revolution statt, bevor es zur Theorie gekommen ist?

Während des Abendprogramms am Heart of Noise habe ich mir diese Fragen noch einmal durch den Kopf gehen lassen und bin dabei zum Schluss gekommen:

Techno und im weiteren Sinne das Heart of Noise Festival müssen erlebt werden, um verstanden werden zu können. Es wird niemals eine einheitliche Beschreibung und Erfahrung davon geben. Sich in einem Raum zu befinden – mit zahlreichen anderen Menschen (die man teilweise kennt, die einem teilweise fremd sind) –, sich elektronischer Musik auszuliefern (dazu zu tanzen oder stillstehend zuzuhören), an die eigenen Grenzen zu stoßen (die Lautstärke, die Geräusche oder die gesamte Atmosphäre betreffend) etc. sind immer noch subjektive Erfahrungen – wenn nicht eine der intimsten überhaupt. Und da beschreibende Worte den Live-Acts am Festival nicht gerecht werden können, sei dazu geraten, selbst hinzugehen, die Musik auf sich wirken zu lassen und eine eigene Theorie darüber aufzustellen.

Eine abschließende Empfehlung für heute Abend: ALEC EMPIRE um 2 Uhr im Treibhaus Keller!

 

BE

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