„La Vida Es Silbar“ von Fernando Pérez am IFFI

Die Geschichtenerzählerin Bebé illustriert die verschiedenen Lebenswege und Entscheidungen dreier Personen in Havanna, die ihr Glück suchen. Außerdem wirkt Bebé so, als hätte sie die Fäden eines jeden, der in Havanna wohnt, in der Hand. Die junge Tänzerin Mariana begeistert sich nicht nur für rhythmische Bewegungen auf der Bühne, sondern hat auch eine Leidenschaft für Männer. Sie hat die Chance auf ihre bisher größte Rolle, doch wie viel ist sie dafür bereit zu opfern? Elpidio wurde von seiner Mutter Cuba verlassen und versucht dieses traumatische Erlebnis alleine zu verarbeiten bis eine Begegnung sein ganzes Leben verändert. Julia arbeitet in einem Altersheim. Es überkommen sie seit geraumer Zeit Gähnanfälle, deren Ursache sie zwar kennt, aber sich nicht eingestehen will. Andere Dinge in ihrem Leben verdrängt Julia ebenso und jedes Mal, wenn sie das Wort Sex hört, fällt sie in Ohnmacht.

Perez schafft es, den Spannungsbogen seines Films durch die wechselnden Protagonisten aufzubauen. Der alternierende Handlungsstrang, welcher zwischen den Charakteren springt, übermittelt dem Zuseher im Laufe der Zeit wichtige Informationen, sodass er die Tiefe der Charaktere versteht. Diverse kleine, witzige Details sorgen immer wieder beim Publikum für Erheiterung und lockern die teils dramatischen Entwicklungen auf. Gekonnt gestaltet der Regisseur konversationslose Abschnitte, damit Havanna auf ganz eigene Weise auf das Publikum wirkt und zum Nachdenken anregt.

Bei der Suche nach Glück geht es nicht um ein allumfassenden Zustand, wie in etwa die Erzählerin der Geschichte besitzt, sondern viel mehr darum, herauszufinden, wer man selbst ist, damit das persönliche Glück erreicht werden kann. Unausweichlich stellt man sich selbst die Frage: „Wer genau bin ich und wie sieht mein persönliches Glück aus?“ Auch andere Thematiken, wie die Gleichheit aller Menschen oder die Angst vor Neuem, werden im Film angesprochen. Dabei wird sowohl mit berühmten Zitaten direkt darauf hin verwiesen, als auch mit Metaphern die Ideen ausgedrückt.

Dass der Film zu den Klassikern aus Lateinamerika gehört, zeigt nicht nur die Tatsache, dass er der erfolgreichste aller durch die Stiftung „trigon-film“ erschienenen Filme ist. Die Suche nach Glück zählt wohl zu einer der wichtigsten Fragen im Leben, die jede Generation beschäftigt. Perez zeigt, dass die Antwort darauf keine allgemeine, sondern eine individuelle darauf sein kann und Glück dadurch viele verschiedene Facetten aufweist. Am Samstag um 10:30 Uhr findet die nächste Vorstellung von „La Vida Es Silbar“ statt. Es bleibt bis dahin nur noch zu sagen: Das Leben, ein Pfeifen!

VH

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