komplex am Bonanza 2018

Bonanza Tag I

Bonanza ist mit dem ganzen Körper

Freitag, 6 Juli 2018. Das Wetter wechselhaft, untertags vereinzelte Regenschauer. „Will ich da jetzt wirklich rausfahren und mir diesen Letten geben?“, war die Frage die mir durch den Kopf geisterte. Wieso nicht auf Samstag warten, da soll es schön werden und dann wird man auch nicht nass und dreckig und überhaupt wird da dann alles super.

Aber dem journalistischen Sendungsbewusstsein sei Dank (manifestiert in diesen Zeilen) riss ich mich dann doch dazu auf und machte mich warm gekleidet, mit meiner regenfesten Bergjacke auf und nahm in der uns allseits bekannten Linie F Platz die mich und meine Entourage zum Baggersee kutschieren sollte.

Dem Klang der Musik folgend, von einer mir unbekannten Macht in die Untiefen des Irrgartens getrieben und vom zuvor und währenddessen reichlich konsumierten Alkohol berauscht verlor ich mich in dem Moment als ich das Gelände betrat in Gedanken und hörte mir auf Gedanken zu machen. Bonanza ist mit dem ganzen Körper. Es ist, nein war, dieses Jahr auch zum ersten Mal zweitägig. Verbunden mit der eher durchwachsenen Witterung am Freitag, war am ersten Tag des Festivals deutlich weniger los als am zweiten, dem etwas sonnigerem Samstag. Der einzigartig schönen Festivalatmosphäre tat dies jedoch keinen Abschlag, sondern bereicherte sie vielleicht sogar. Und treffen tut man sich in unserem kleinen Dorf von Stadt sowieso immer. Und jeder Gedanke wetterbedingt daheimzubleiben war auch ganz schnell verflogen. Die Musik, der Wald, die ganze Sause, Bonanza legte einen perfekten Auftakt hin und das auch aufgrund all der Arbeit und Mühen die in den Aufbau des ganzen Zirkus flossen. Wär doch eigentlich eh schade, wenn das Ganze nur für einen Tag sein sollte.

Bonanza Tag II

Samstag, 7. Juli 2018. Den zweiten Tag des Bonanza Festivals wollte sich auch die Sonne nicht entgehen lassen und so stieg auch ich frohen Mutes in den F Bus. Beim Anblick der weiteren Festivalgänger, habe ich mich kurz gefragt: Sind Glitzer im Gesicht und Blumenkrone obligat? Aber nein, jeder war willkommen und sehr viele sind auch gekommen.
Obwohl man unter den Tänzern viele Gesichter wiedererkannte, fühlte man sich doch ganz fern vom kleinen Alpenstädtchen. Bei 30 Grad und „instagramable“ Locations soweit das Auge reichte, konnte sich so mancher das Wort „Coachella“ kaum verkneifen.

Nach erster Orientierung am Gelände flüchteten wir sogleich von der übermotivierten Sonne in den Wirrgarten, einem wundervollen Zauberwald der mit Glitzer und mystischen Klängen betörte. Nicht vor Sonnenuntergang konnten wir uns aus seinem Bann lösen.

Als uns das endlich gelang, hatte sich das Bonanza Festival augenscheinlich in dessen schönste Abendgarderobe gehüllt. Ein Freund sagte zu mir: „Mit Kunst hab ich nicht viel am Hut, außer Wolken, die schau ich mir gerne an. Das hier meine Liebe sind echt schöne Wolken.“

Den restlichen Abend verbrachten wir, auf der Spielwiese. Laut Handy haben wir 12899 Schritte und somit zwölf Kilometer weit getanzt. In Wahrheit haben wir uns kaum vom Platz bewegt.

Der musikalische Höhepunkt für mich war das DJ Duo Blond:ish aus Montreal. Anstascia D’elene und Vivie Ann Bakos Musik ist inspiriert von ihren spirituellen Begegnungen und durchzogen von traditionellen Instrumenten. Mit diesem einzigartigen Sound haben mich die beiden, aus der schon an sich realitätsfernen Bonanza-Welt, in noch weit entferntere Universen befördert.

JH und DP

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