Kontext PREMIERENTAGE: Fragen an Sophia Mairer

Zum 20. Jubiläum der Premierentage – Wege zur Kunst präsentiert die aus Tirol stammende Künstlerin Sophia Mairer ihr Projekt „Tentacles“ am PT-Cargo, dem künstlerischen Zentrum des Festivals. Zu diesem Anlass – und in Hinblick auf unsere aktuelle Printausgabe zum Thema ENTWEDER | ODER – haben wir Sophia ein paar (Entscheidungs-)Fragen rund um ihr Künstlerinnendasein gestellt.

Sophia Mairer_tentakel

© Sophia Mairer, „Tentacles“


Sophia, hast du zur Kunst gefunden oder die Kunst zu dir?
Ich zur Kunst.

Welche Themen beschäftigen dich als Künstlerin am meisten? Was sich durchzieht ist Malerei. Und sonst habe ich in letzter Zeit in meiner Arbeit unter anderem Imaginationen von elektrischen Frauen mit den Lebendigkeitsphantasmen des Malereidiskurses oder die gleisende Transparenz der Digitalität mit der Dunkelheit der Tiefsee in Verbindung gebracht. Im Zentrum der Ausstellung in Innsbruck steht das Tentakuläre. Beeinflusst haben mich dabei besonders die Texte der Wissenschaftstheoretikerin Donna Haraway, der Schriftstellerin Hélène Cixous und dem Medienphilosophen Vilém Flusser.

Welchen Zugang vertrittst du – l’art pour l’art oder engagierte Kunst? Beides.

Wie wählst du die Materialien für deine Kunstwerke aus? Mit welchen Materialien arbeitest du am liebsten? Die Wahl der Materialien entwickelt sich bei mir meist aus dem Arbeiten heraus. Farben sind schon so ein Grundmaterial, mit dem ich arbeite. Dann habe ich zum Beispiel das Papiergewebe für mich entdeckt, das aufgrund seiner Durchlässigkeit und Flexibilität gut mit meinen Interessen korrespondiert. Das Polymorph verwende ich oft für die Gelenke von den Metallskeletten für das Papiergewebe. Es erinnert mich an Robotik und Cyborgs und hat einerseits etwas Organisches, ist andererseits aber absolut künstlich. In der Ausstellung jetzt in Innsbruck versuche ich, wie dieses Material ohne die anderen Teile als Objekt funktionieren kann. Es wird hier zu anemonenmäßigen Eckprothesen, die das Containerfenster (die Ausstellung wird in einem Container sein, den man nur von außen einsehen kann) als Rahmen beschreiben. Ich arbeite auch sehr gerne mit Leinwänden. Die sind kunsthistorisch sehr aufgeladen und das, was man sich meistens vorstellt, wenn man von Malerei spricht. Das gibt viel Spielraum und es fasziniert mich, wie viel sich auf dieser einfachen Fläche tun kann und wie lange man an einer arbeiten kann, oder auch eine ansehen kann, ohne dass es langweilig wird.

Schwarz-weiß oder bunt? Beides.

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© Sophia Mairer


Wovon lässt du dich inspirieren?
Das kann alles Mögliche sein: Bücher, Kunst, die Wut auf patriarchalische Systeme oder eine alte Kartoffel hinter dem Kühlschrank.

Ordnung oder Chaos? Chaos.

Worauf freust du dich bei den Premierentagen am meisten? Ich freue mich am meisten auf die Expertinnenführungen von Flora Peyrer-Heimstätt und Manuela Ammer, die Ausstellung von Henning Bohl, bei der es auch ein Konzert geben wird und die Ausstellung Jetztzeit forever!

Dein*e Lieblingskünstler*in? Da kann ich mich nicht entscheiden.

Welche war die schwierigste Entscheidung für dich im Laufe deiner Künstlerinnenkarriere? Ich glaube, die kommt noch.

 

Danke Sophia, wir freuen uns auf deine Ausstellung!

 

„Tentacles“, PT-Cargo, Landhausplatz Innsbruck

Eröffnung: DO, 8.11.2018, 17:30 Uhr

Infos und Pogramm: Premierentage 2018

 

BE

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