Tripsitter veröffentlichen „The Other Side Of Sadness“

Unter dem Titel „The Other Side Of Sadness“ erscheint morgen das Debüt-Album der Melodic-Hardcore Band Tripsitter, bestehend aus den Tiroler Musikern Meindl (Gitarre, Vocals), Hubi (Bass, Back-Vocals), Christopher (Gitarre) und Alex (Drums). Ein ganz besonderes Ereignis für die vier Jungs aus dem Wipptal, die erst vor kurzem einen Vertrag mit dem etablierten US-amerikanischen Musiklabel Prosthetic Records eingegangen sind. Über die Hintergründe des Albums, mysteriöse Tourgeschichten und die Tiroler Musikszene sprechen sie im Interview mit komplex-KULTURMAGAZIN INNSBRUCK:

Foto: Tripsitter

 

komplex: Zurück zu den Anfängen – wie kam es zu Tripsitter?

Tripsitter: Wir vier kommen ursprünglich alle aus der gleichen Ortschaft: Navis. Kennengelernt und Freundschaft geschlossen haben wir im Laufe unserer Teen”-Jahre. Aus einem gemeinsamen Interesse für Musik entstand dann schließlich die Band – eigentlich als Spaßprojekt” geplant. Als wir dann aber eigene Songs schrieben und erste Live-Erfahrungen sammelten, hatten wir Blut geleckt. Mittlerweile spielen wir nun fast schon seit sieben Jahren zusammen.

k: Wovon handelt euer Debüt-Album „The Other Side Of Sadness“?

T: „The Other Side Of Sadness“ beschreibt einen Findungsprozess. Es spiegelt Abschnitte aus unseren individuellen Leben wider – Höhen wie Tiefen, an denen wir alle mit uns selbst zu kämpfen hatten. Die Songs sind sehr persönlich, weil wir den Schreibprozess als eine Art Selbstreflexion gesehen haben. Das Album handelt von der Bewältigung solcher Tiefpunkte. Es soll aber auch Hoffnung machen – für uns selbst, wie auch für die Zuhörer*innen.

k: Seht ihr die Stimmung des Albums eher optimistisch oder pessimistisch?

T: Diese Frage sollte jeder für sich selbst beantworten. Wir wollten dem Album keine einseitige Perspektive anhängen, vielmehr haben wir versucht, die gesamte Palette an Gefühlen abzubilden. Teilweise ist die Stimmung sehr düster und bedrückend, auf der anderen Seite gibt es aber auch wieder Momente, in denen die Stimmung in das komplette Gegenteil umschlägt. Für uns selbst bedeutet das Album, über sich hinauszuwachsen und Platz für etwas Neues zu schaffen. Es soll uns Hoffnung machen, weiter ans uns selbst und unseren Zielen zu arbeiten. Jeder Tief- wie Höhepunkt hat in diesem Prozess seinen berechtigten Platz.

k: Eure nächste Tour führt euch wieder quer durch Europa – auf welche Destination freut ihr auch denn schon am meisten?

T: Die kommende Tour wird für uns wieder etwas ganz Neues, da wir das erste mal unter unserem Label touren. Das ist auch das, was uns am meisten daran freut: Die Konzerte werden immer größer und professioneller. Wir freuen uns natürlich schon auf einige Stätde, in denen wir bereits öfters gespielt haben und viele Freundschaften schließen durften wie zum Beispiel Budapest. Auf einigen Tourdates spielen wir aber vor komplett neuem Publikum wie in London oder Berlin. Die Vorfreude bezieht sich also auf die gesamte Tour sowie auf die Abenteuer, die wir dort erleben dürfen.

k: Gibt es auch Konflikte zwischen euch, wenn ihr auf Tour seid und intensiv Zeit miteinander verbringt?

T: Natürlich. Das Wort „Privatsphäre“ existiert auf Tour nicht. Man ist jeden Tag stundenlang gemeinsam in einem Bus gefangen und erwischt meist nicht genügend Schlaf, um am nächsten Tag wieder erhohlt in den Tag zu starten. Dazu kommen dann noch Partys und Alkohol. Da gibt es schon manchmal Momente, in denen man gerne eine „Watschen” austeilen würde. Aber die Gründe dafür sind meist nichts Persönliches, sondern eher die Umstände, die einen dazu treiben. Mittlerweile haben wir aber gelernt, mit diesen „Drängen” umzugehen.

k: Verrät ihr uns auch eure beste Tour-Geschichte? 

T: Wow, die Frage ist eigentlich nicht zu beantworten. Auf Tour trifft man viele verrückte Leute und erlebt die verrücktesten Sachen. Es gibt da aber diese eine Geschichte: “Austrian Tradition”. Wer wissen will, was es damit auf sich hat, kann gerne unseren Gitaristen Christopher am 18. Mai beim Gig in der Jungen Talstation (Innsbruck) genauer dazu befragen…

k: Erst vor Kurzem seid ihr einen Vertrag mit dem US-amerikanischen Musiklabel Prosthetic Records eingegangen – wie kam es dazu? Und was hat sich seitdem für euch verändert?

T: Zu dem Deal kamen wir durch unseren Manager Jack Rogers. Dieser hat uns nach der Veröffentlichung unseres Musikvideos zum Song “Metamorphose” (2016) spontan angeschrieben. Seitdem haben wir uns international besser vernetzen können, wir sind mehrere Touren quer durch Europa gefahren und haben versucht, uns ein gewisses Ansehen zu erspielen. Dadurch wurde das Label schlussendlich auch auf uns aufmerksam.

Geändert hat sich seitdem, dass wir uns nicht mehr aktiv um den aus unserer Sicht sehr mühsamen Parts wie Organisation, Vertrieb und Marketing kümmern müssen. Natürlich ist seither alles eine Stufe professioneller geworden. Die Konzerte werden größer und man hat die Möglichkeit, seine Kunst einer breiteren Masse zu präsentieren. Wir können uns nun besser auf das Konzentrieren, was uns Spaß am Bandleben macht: Songs schreiben, Konzerte spielen, unserer Kreativität Ausdruck verleihen. Was in Zukunft noch auf uns zukommt, wird sich zeigen. Ziele haben wir auf jeden Fall und mit Prosthetic Records nun auch ein Label, das uns bei der Umsetzung hilft.

k: Welche Band würdet ihr am liebsten supporten, wenn ihr es euch aussuchen könntet?

T: Mit der Band Birds in Row würden wir unglaublich gerne einmal spielen – eine richtig gute Liveband und große Idole von uns!

k: Wie nehmt ihr als Tiroler Band die lokale Musikszene wahr?

T: Die Szene bei uns ist ziemlich schwierig, weil nur wenige junge Bands nachkommen und andere Musikrichtungen bei uns einfach mehr Anklang finden. Es gibt also einen ziemlich überschaubaren Kreis von Leuten, die sich “Szene” nennen. Uns würde es natürlich freuen, wenn sich wieder mehr bei uns abspielen würde, wie es beispielsweise zu der Zeit war, als wir Tripsitter gründeten. Die Szene, die vor ca. 10 Jahren bestand, war eine große Inspiration für uns und half uns, unser eigenes Projekt voranzutreiben. Es wäre also gerade für junge Bands sehr schön, wenn wieder mehr Bewegung in die lokale Szene kommen würde. Ein positives Beispiel dafür ist der Kulturverein LoR.-Legends of Rock, der versucht, Musiker*innen untereinander wieder besser zu vernetzen und junge lokale Acts zu pushen. Solche Projekte sind unheimlich wichtig für Tiroler Acts, um sich Gehör zu verschaffen.

Für die Album-Release-Show am 18. Mai 2019 in der Jungen Talstation Innsbruck haben sich Tripsitter bereits einiges einfallen lassen, um das Ereignis gebührend zu zelebrieren – Details werden noch keine verraten. Die Veranstaltung wird organisiert vom Verein LoR. Legends of Rock.

BE

 

Links:
Facebook: Tripsitter
Bandcamp: Tripsitter
LoR. Presents: Tripsitter Album Release Show with Special Guests

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