komplex beim WOODLIGHT FESTIVAL: Ein Gespräch mit AKW-Obmann Philipp Wastian

„Denn die Elemente hassen das Gebild der Menschenhand“ stellte Friedrich Schiller seinerzeit fest. Wie wahr, könnte man jetzt denken – doch damals gab es das Woodlight-Festival noch nicht.

Die Organisator*innen hinter dem Schwazer Festival wollen in ihrer Veranstaltung Kultur und Natur vereinen. So konnte man dieses Jahr schon zum dritten Mal einen Mix aus Indie-Rock und elektronischer Musik zwischen den Bäumen im Pflanzgarten erleben: eine Symbiose aus Livemusik und Wald-Idylle. Auf einer Lichtung, umgeben von Kletterpflanzen und selbstgebauter Holz-Deko findet man zwei Bühnen sowie eine Vielzahl von Ständen, Couchen und Polstern, bevölkert von einem buntgemischten Publikum, das das Festival zum Anlass nimmt, dem Sommer Lebewohl zu sagen.

Was das Woodlight-Festival zu etwas Besonderem macht und wie es Jahr für Jahr neu entsteht, erzählt uns Veranstaltungsleiter Philipp Wastian, Vorsitzender der Alternativen Kulturwerkstatt Schwaz.

sdr

Woodlight-Festival, Techno Stage | Foto: Brigitte Egger

 

komplex: Das Woodlight Festival geht ja von eurem Verein, der Alternativen Kulturwerkstatt Schwaz, aus. Kannst du uns darüber ein bisschen was erzählen?

Philipp Wastian: Die AKW ist ein Verein von ungefähr 40 Ehrenamtlichen. Uns gibt es seit 2015. Wir veranstalten in Schwaz verschiedene Konzerte, Freiluftkinos und Kunstprojekte im öffentlichen Raum.

k: Und aus welcher Idee ist das entstanden?

PW: Es gibt ein gewisses kulturelles Defizit in Schwaz, vor allem für junge Leute. Man kennt in Schwaz die Klangspuren, das Outreach Festival und die Eremitage. Die bedienen aber vor allem ein älteres Publikum und wir wollten wieder was für die jungen Erwachsenen schaffen, damit die in ihrer Stadt irgendwo Party machen und Kultur genießen können.

k: Also organisiert ihr vor allem Veranstaltungen, die ihr selber gerne besuchen würdet?

PW: Es ist auf jeden Fall subjektiv. Was wir machen, gefällt uns –  das ist schon immer unser Credo. Aber wir hören uns auch viel in der Bevölkerung um und erkundigen uns nach den Interessen und Wünschen der Leute. Uns ist es außerdem wichtig, Veranstaltungen zu organisieren, bei denen es nicht nur um Konsum geht, um Alkohol, um irgendwelche Drogen, sondern vor allem darum, Kultur genießen zu können.

k: Was ist eure Erfahrung damit, im ländlichen Gebiet zu veranstalten?

PW: Ich finde nicht, dass wir ländlich sind. Im Inntal ist die Besiedelung so dicht, dass man vielleicht höchstens von semi-ländlich sprechen kann. Dass es aber keine Stadt im engeren Sinn ist, übt einen starken Reiz auf die Menschen aus. Das Angebot in Innsbruck ist zum Beispiel sehr groß und auch umkämpft. In Schwaz ist das nicht so, deshalb sind die Leute extrem dankbar, wenn man sowas macht. Man kann aber im Vorhinein nie sagen, ob man dann auch Leute aus der Stadt anziehen wird. Wir wollen gern auch Leute nach Schwaz bringen, die von außerhalb kommen und ihnen zeigen, dass man hier viel erleben kann.

k: Was ist dein persönliches Highlight beim Woodlight dieses Jahr?

PW: Farewell Dear Ghost waren am ersten Abend mein absolutes Highlight, die haben richtig Gas gegeben und eine Mordsstimmung gemacht. Heute freue ich mich noch besonders auf Ankathie Koi. Abseits der Musik ist für mich ein Highlight, dass wir 40 ehrenamtliche Helfer und Helferinnen haben, die hier vier Tage lang alles geben.

k: In welche Richtung wird es bei euch in Zukunft gehen?

PW: Wir wollen mit dem Festival auf jeden Fall in dieser Größenordnung bleiben und weiterhin einfach eine nette kleine Party schmeißen, die kulturellen Anspruch hat. Wir wollen also keine Massen anziehen und machen bei ca. 1200 Leuten Schluss. Unser nächstes Ziel bei der AKW ist es, junge Schwazer Musiker und Musikerinnen mehr zu fördern. Da geht es uns einfach darum, Proberäume zu gewährleisten, uns um den Anschluss zu kümmern und sie dabei zu unterstützen, gebucht zu werden. Eine Band zu haben ist ein sehr teures Hobby und das wollen wir den Leuten gerne ermöglichen bzw. erleichtern. Zudem ist uns wichtig, dass wir uns als ehrenamtlicher Verein nicht übernehmen, dass wir auch nicht zu viel machen, weil wir keine Firma sein wollen. Wir machen das hier alles freiwillig und ehrenamtlich. Wir achten sehr darauf, dass es den Organisierenden auch gut geht.

 

SC & DS

 

Links

AKW – Alternative Kulturwerkstatt Schwaz

Das Woodlight Festival ist Teil des Netzwerks österreichischer Festivalfreunde. Mehr dazu auf www.noeff.at.

 

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